Tradition und Erfahrung in klassischer Philatelie seit 1919
Neuerscheinungen

PORT PAYÉ - Die klassischen PP-Stempel 1796-1862

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Das neue Handbuch von Evert Poel

Systematische Aufarbeitung der PP-Stempel und deren Verwendungen, gegliedert nach Kantonen
 65.00 CHF

EDITION SPÉCIALE: Tierra del Fuego 1891 & Chacokrieg 1932-1935 - Die Brian Moorhouse Sammlungen

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Artikelnummer: 441
Wohl jedem Mittel- und Südamerikasammler war der Name des Berufsphilatelisten Brian Moorhouse bekannt. Als Händler, Prüfer, Experte und Publizist war er für Jahrzehnte eine – nein, die – internationale Größe. Weniger bekannt war seine eigene Sammelleidenschaft so mancher Gebiete, zu denen er allein 14 Exponate erstellte, die teils mit hohen Auszeichnungen und Würdigungen in die Geschichte der Philatelie eingingen. Zwei davon werden in diesem lesenswerten und umfangreichen Dokumentationsband vorgestellt.

Der Name „Tierra del Fuego“ – vielen besser als „Feuerland“ und die südlichste Provinz Argentiniens bekannt – ist untrennbar mit dem von Julius Popper (1857-1893) verbunden, einem aus Rumänien stammenden jüdischen Freimaurer und Abenteurer, der 1885 auf der Suche nach Gold nach Argentinien kam. Ein Jahr später fand er goldhaltigen Sand am Strand von Paramo, einer Halbinsel Feuerlands. Schon kurze Zeit später förderte Popper große Mengen Gold. Dies versetzte ihn in die Lage, ein eigenes Reich mit eigener Goldmünzen-Währung und eigenen lokalen Briefmarken gründen zu können, die ab 1891 über einen Postdienst in Ushuaia vertrieben wurden. Zwei Jahre später starb Popper unerwartet und mit ihm ging sein eigenes Königreich schnell zugrunde.

Moorhouse erzählt diese Geschichte in seiner Sammlung in weit größerer Ausführlichkeit und belegt die Markenausgaben mit einer Fülle, die ihresgleichen sucht – aber nicht finden kann, da er selbst den größten Teil des noch existenten Bestandes sein Eigen nannte. Seine Kollektion ist die beste und umfangreichste, die es je zu diesem Gebiet gab. Man lernt an ihr alle Feinheiten dieser Lokalausgaben, die man bisher bestenfalls vom Hörensagen her kannte.

Mit der zweiten Sammlung zum wohl blutigsten Krieg in Südamerika, dem Chaco-Krieg von 1932–1935, erweist Moorhouse ebenfalls seine philatelistische und postgeschichtliche Kompetenz, die er aufgrund exzellenter historischer und literarischer Kenntnisse über viele Jahre erworben hat. Bei dieser militärischen Auseinandersetzung zwischen Bolivien und Paraguay ging es zuvor bereits jahrzehntelang um Gebietsansprüche an den Gran Chaco, einem eher menschenleeren und wirtschaftlich scheinbar uninteressanten Gebiet, die letztlich in einen Krieg mündeten. 1938 konnte Paraguay in einem Friedensvertrag für sich den Sieg und die Kontrolle über den größeren Teil dieses Gebietes verbuchen.

Moorhouse dokumentiert Marken, Stempel, Militärpost und Zensurmaßnahmen beider damals involvierten Länder und selbst Propaganda-Postkarten und -Aufkleber hat er berücksichtigt, ebenso wie die Kriegsgefangenenpost beider Seiten. Die Fülle des gezeigten Materials ist nahezu erschlagend und äußerst bedrückend, spiegelt sie doch das damalige Geschehen in unvergleichbarer Weise wider. Diese Kollektion ist ein Geschichtsbuch der besonderen Art und geht weit über ein rein philatelistisches Exponat hinaus.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

196 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch
 79.00 CHF

EDITION SPÉCIALE: Kap der Guten Hoffnung - Die “BESANÇON” Sammlung

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Artikelnummer: 443
Die Dreieck-Marken des südafrikanischen Kaps der Guten Hoffnung gehören zu den frühsten Markenausgaben überhaupt und faszinieren Sammler seit jeher. Form, Gestaltung und Druckausführung dieser Briefmarken, die ab 1853 herausgegeben wurden, haben wesentlich zu ihrer bis heute ungebrochenen Beliebtheit beigetragen. So verwundert es kaum, dass nahezu alle bedeutenden Sammler dieser Welt auch eine Kollektion der Kap-Dreiecke pflegten.

Hierzu zählt auch der Besitzer der in diesem neuen Buch der Reihe EDITION SPÉCIALE dokumentierten Sammlung, der anonym bleiben will und seine Kap-Sammlung unter dem Pseudonym „Besançon“ vorstellt. Er verfolgt einen traditionellen Sammelansatz, weniger einen postgeschichtlichen. Das Buch präsentiert die einzelnen Serien, beginnend mit den seltenen Probedrucken, der Ausgabe von 1853 (1 d. und 4 d., jeweils auf gebläutem Papier mit ihren zahlreichen Tönungsunterschieden), die zuerst von Perkins Bacon in England gedruckt wurden. 1855/63 folgten die Wertstufen 1 d., 4 d., 6 d. und 1 S. auf cremefarbenen bis weißem Papier, ebenso wieder mit zahlreichen Tönungen.

Bekannt sind die „Woodblocks“, die der einheimische Drucker Paul Salomon 1861 Mangels der 1 d. und 4 d.-Marken in einfacher Gestaltung herstellte – sie sahen aus, als ob sie mit Druckstöckeln aus Holz produziert worden seien. Geradezu legendär sind deren Farbfehldrucke, die heute zu den berühmtesten in der Philatelie zählen und sehr selten sind. All diese Ausgaben finden sich auch in der „Besançon“-Kollektion, erneut differenziert nach Farbtönungen.

Abgelöst wurden die Drucke von Perkins Bacon und die von Salomon 1863/64 durch vier Werte, die von der Nachfolgedruckerei De La Rue in England produziert wurden. Specimen verschiedener Ausführungen werden in dieser Kollektion ebenso belegt wie die diversen Farbtönungen dieser Marken, wobei sich diese teils doch recht deutlich von den Vorgängerausgaben unterscheiden. Der letzte Teil dieser Sammlung ist einer hervorragenden Dokumentation der ersten viereckigen Serie („sitzende Hoffnung / Hope Seated“) gewidmet, die ab 1864/67 ebenfalls von De La Rue produziert wurde und deren Feinheiten und Seltenheiten in großer Varianz – das Markenmotiv wurde über einen Zeitraum von fast 30 Jahren für diverse Ausgaben verwendet – in dieser Sammlung zu finden sind.

Alle Ausgaben sind zwar nur kurz beschrieben, doch die Schönheit der durchweg erstklassig erhaltenen Briefmarken steht für den Betrachter im Vordergrund. Seltene größere Einheiten finden sich ebenso wie Marken in Luxuserhaltung mit breitem Schnitt. In dieser Form und mit dieser Ausstrahlungskraft kann die Schönheit früher klassischer Briefmarken erst recht zur Geltung kommen.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

128 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch
 79.00 CHF

Die Österreichische Post in der Levante - Werner Schindler

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Artikelnummer: 444
Wer die 564 Seiten dieses umfangreichen Werkes – gehalten im Stile eines EDITION D‘OR-Bandes – gelesen hat, der weiß, warum Geschichte und insbesondere Postgeschichte so viele Menschen heute in ihren Bann zieht. Zwar liegt diesem Buch thematisch die eigene Sammlung des Autors zugrunde, aber was er dank des Verlagsteams von Köhler/Corinphila daraus gemacht hat, sprengt alle Fesseln bisher bekannter EDITION D‘OR- und EDITION SPÈCIALE-Bände. So entstand in diesem historischen Grundlagenwerk eine perfekte Mischung aus umfassende Informationen, die üppig mit postgeschichtlich interessanten, wertvollen und attraktiven Belegen aus der behandelten Zeit verbunden werden. Dabei belässt es Schindler aber nicht. Er geht auch den nächsten Schritt der Relation zu dem, was man heute gerne als „social philately“ bezeichnet. Er integriert zeitgenössische Illustrationen aller Art, reproduziert originale Quellentexte, Karten, Gemälde von Personen, Fotos und so manches mehr, was den an sich doch trockenen historischen Stoff zum Leben erweckt.

Schindler arbeitet den komplexen Stoff chronologisch ab,. Er beginnt mit der frühen Entwicklung der Levante bis zum Wiener Kongress, zeigt dann die Entwicklung zu Lande und zur See auf und behandelt die frühen Portoraten sowie die Einführung von Briefmarken. Allein dafür nimmt er bereits fast 300 Seiten in Anspruch und es ist faszinierend zu lesen, wie der Fortschritt der industriellen Entwicklung im Gleichklang mit dem Ausbau der Postrouten, Verkehrsmittel und Destinationsmöglichkeiten verläuft. Natürlich kommt auch die Position der Österreichischen Post im damaligen Spiel der Mächte nicht zu kurz, die – wie so viele andere – stets auch bestrebt war, den habsburgischen Expansionsanspruch bis hin nach Asien und Ägypten zu mehren. Internationale Postverbindungen nach Europa und Übersee, Postverträge mit diversen Leitwegen waren die Folge und auch hier fasziniert, mit welchem fast schon globalen Anspruch der Autor diese wichtigen Aspekte behandelt. Die letzten 50 Jahre dieser Entwicklungen – ab dem Allgemeinen Postverein bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges – fallen im Vergleich dazu kürzer aus, zeigen aber die neuen Markenausgaben in verschiedener Währung und neue Postleistungen ebenso auf wie den erneuten wirtschaftlichen Wandel.

Dieses Buch ist kein Kompendium, also kein kurzgefasstes Lehrwerk, es ist eine Enzyklopädie der Österreichischen Post und des Habsburger Anspruches in der Levante, – eine Enzyklopädie, die es in dieser Form und in ihrem Gehalt bislang noch nicht gab. Der Autor ist auf der Höhe der Zeit, das machen die von ihm ausgewerteten Quellen, aber auch die genutzten Staatsarchive deutlich, die heute ihre Bestände nach und nach digitalisieren. Als kompetenter Postgeschichtsexperte versteht es Schindler aber, statt des häufig anzutreffenden seitenweisen Abdrucks von Faksimiles alter Postverträge diese in den Gesamtzusammenhang einzuordnen und Belegstücke so zu beschreiben, dass man daran lernen kann. Er kennt und deutet die Korrespondenzen großer Unternehmen und Handelshäuser, er weiß um Verträge und deren Hintergründe, aber er lässt diese nicht einfach isoliert im Raume stehen, sondern interpretiert sie vor dem Hintergrund der vorangegangenen und nachfolgenden historischen Ereignisse, so dass sich ein Gesamtbild dieser komplexen Materie ergibt.

Autor und Verlag kann man zu diesem Buch nur gratulieren. Es ist ein Fachbuch im besten Sinne, eine Monografie, keine Sammlungsdokumentation. Das Werk zeigt aber, was man aus einer Sammlung machen kann und wozu man sie nutzen kann. Kurz gesagt: Philatelie meets Geschichte. Die Verbindung von beidem ist nicht mehr auflösbar!

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

564 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Deutsch und Englisch
 99.00 CHF

Band 54: Argentinien 1867-1887 - Die Pablo Reim Sammlung

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Artikelnummer: 442
Wenn ein Philatelist mit einer Sammlung semi-klassischer Ausgaben eines Landes bei Ausstellungen gleich dreimal Großgold-Rang erreicht (in diesem Fall 2010 in Buenos Aires, 2016 in Cordoba und 2018 bei der FIP-Ausstellung in Israel), dann muss diese Kollektion etwas ganz Besonderes sein. Es liegt auf der Hand, dass Pablo Reim, einem der zur Zeit bedeutendsten Philatelisten Südamerikas, eine derartige Kollektion zuzutrauen ist. Denn auch seine anderen Sammlungen zur Vorphilatelie Argentiniens oder Boliviens, zu klassischen und semiklassischen Ausgaben Brasiliens, zu Corrientes etc. sind schon beinah legendär.

In zehn „Kapiteln“ geht Reim das Thema an, beginnend beim „Ersten Vertrag“ bis zum sechsten Druckauftrag (1883 ff.). Mit eingeschlossen sind jeweils die Provisorien von 1877 und 1882, die deshalb notwendig wurden, weil angesetzte Portoveränderungen Markenmangel zur Folge hatten bzw. im Inland zu überdruckende Marken notwendig machten. Reim folgt dieser Chronologie in der für ihn typischen traditionellen Sammelweise. Die Briefmarke, deren Essays und/oder Probedrucke, stehen am Beginn einer jeweiligen neuen Ausgabe. Es folgt die Präsentation teils größter bekannter Einheiten in ungebrauchter und gebrauchter Erhaltung. Diesen schließt sich nachfolgend eine Reihe von Markenverwendungen einer jeden Wertstufe auf Brief – von Einzel-, bis Mehrfach- und Mischfrankaturen – an. Jeweils erläutert mit Portoraten und Portoübersichten. Auch Ausgaben-Mischfrankaturen (z.B. mit der vorangegangenen Rivadavia-Serie) oder Halbierungen zählen zu den Raritäten, die man in diesem Buch in perfekter Brillanz und großer Zahl sehen kann. Die Vielfalt scheint unerschöpflich, allerdings machen Hinweise wie z.B. „nur drei Briefe bekannt“ dem Leser schnell deutlich, dass das gezeigte Material alles andere als Alltagsware ist.

Die Sammlung ist perfekt, ein optischer „Leckerbissen“, den man nur genießen kann. Jedem Interessenten dieser Ausgaben ist dieses Buch nur zu empfehlen, selbst wenn er nicht vergleichbares Material sein Eigen nennen kann.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

188 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch und Deutsch
 79.00 CHF

Band 55: Brasilien – Dom Pedro Ausgaben 1866-1878 - Die Pablo Reim Sammlung

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Artikelnummer: 445
Zu den beliebtesten frühen Briefmarkenausgaben Brasiliens gehören die drei Serien der sogenannten großen Dom Pedro-Markenserien, die 1866–1878 erschienen. Diese Ausgaben lösten die zuvor herausgegebenen Ausgaben der sog. Ochsen-, Ziegen- und Katzenaugen ab. Das Kopfbild von Kaiser Dom Pedro war nun das Motiv, das die American Bank Note Company im Stahlstich mit zahlreichen Wertstufen realisierte. Die Serien zählen bis heute zu den schönsten Motiven, die Brasilien je herausgab. Sie fanden schon früher viele Liebhaber, zumal man auf den – in der Normalerhaltung durchaus erschwinglichen – Marken die Vielfalt der stummen und Ortstempel Brasiliens leicht spezialisieren konnte.

Wer allerdings den Namen des Sammlers, Pablo Reim (* 23. Juni 1955) aus Buenos Aires hört, weiß, dass dieser bekannte Philatelist das Besondere, das Ausgefallene bevorzugt und wertschätzt. Neben seinem Heimatland Argentinien zählt er mehrere Brasilien-Sammlungen sein Eigen, die von herausragender Güte sind. Auch diese Dom-Pedro-Spezialsammlung ist ein Beispiel dafür, was Kompetenz, Kenntnis und so manch sicherlich auch glückliche Erwerb von Raritäten zustande bringen kann.

Die Sammlung – sie ist durchgehend in englischer Sprache kenntnisreich beschrieben – ist vom Typus her eine traditionelle Sammlung. Das heißt, sie ist in besonderer Weise den Marken an sich gewidmet, zu denen jeweils Essays und Probedrucke, dann die Marken selbst, zuletzt aber deren Verwendung auf Brief vorgestellt werden. Als wäre dies eine einfache Herausforderung, versuchte Reim, zu jeder Wertstufe das zusammenzutragen, was wahrlich ausgefallen ist: Größte bekannte Einheiten und seltenste Brieffrankaturen mit teils sehr ungewöhnlichen Destinationen und Portostufen. Dies ist ihm sehr gut gelungen und so findet der Leser in bester Reproduktionsqualität vielfach Stücke von erlesener Rarität und Qualität. Die Beschreibungen sind dabei kurz gehalten, bieten aber bei Briefverwendungen stets die korrekte Erklärung für Gewichtsstufen und Porti. Dem Sammler dieser Ausgaben geht dabei wohl das Herz auf, denn so manches dürfte er noch nie gesehen haben. Und wenn doch, dann nur in zahlreichen Auktionskatalogen der vergangenen Jahrzehnte. In diesem Buch erhält er einen umfassenden und konzentrierten Blick auf diese reizvollen Ausgaben, wie es nur selten einmal möglich ist.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

168 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch und Deutsch
 79.00 CHF

Band 56: Griechenland – Kleine Hermesköpfe 1886-1901 - Die Anestis Karagiannidis Sammlung

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Artikelnummer: 446
Die Biografie in diesem neuen 56. Band der EDITION D‘OR-Reihe stellt den Sammler als einen Mann vor, der sich seinen Träumen verpflichtet fühlt. Damit wird tatsächlich ein Lebenswerk – beruflich wie philatelistisch – auf den Punkt gebracht. Denn der 1949 in Langadas nahe Thessaloniki geborene Anestis Karagiannidis sah für sich in seiner Heimat Griechenland in den 1950er-/60er-Jahre so wenige Zukunftsaussichten, dass er 1971 nach Kanada auswanderte, dort 1976 seine Frau Artemis ehelichte und sich zunächst bi 1981 als Tischler verdingte, bis er sich schließlich auf seine Wurzeln besann: Er eröffnete in Montreal die „Boulangerie Pâtisserie Afroditi“. Diese exklusive Pâtisserie für griechisches und französisches Gebäck und war über die Jahre derart erfolgreich, dass Karagiannidis mit seinem jüngsten Sohn heute weitere Dependancen führt.

Ebenso wenig wie seine Heimat ließ Karagiannidis auch seine Jugendliebe zur Philatelie los. Im Gegenteil: Sein Hobby entwickelte sich mehr und mehr zur Leidenschaft, so dass er sich seit 1986 auf die zweite Periode der klassischen Philatelie Griechenlands fokussiert., Diese Markenausgaben sind weithin als die sog. „Kleinen Hermesköpfe“ bekannt. Kenner wissen, dass eine Sammlung diese Ausgaben alles andere als einfach zu realisieren ist. Sie wurden anfänglich (von 1886–1888) in Belgien in verschiedenen Auflagen gedruckt, dann entstanden von 1889–1890 die Marken des ‚Ersten Athener Drucks‘, denen die des ‚Zweiten Athener Drucks‘ von 1890–1896 und letztlich die des dritten von 1897–1901 folgten.

Das klingt noch überschaubar, aber die Vielfalt der Papiere, Farben/Farbtönungen, der Zähnungen und Wasserzeichen geben dem Sammler nicht selten Rätsel auf. Karagiannidis versteht es in seiner in diesem Buch dokumentierten wahrlich einmaligen Sammlung, die seit 2013 international sechsmal mit Großgold und zweimal zusätzlich mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde, diese Rätsel zu lösen. Sehr übersichtlich beschreibt er das Vorkommen aller Varianten und die ausgezeichnete Druckqualität der Markenabbildungen ist äußerst detailreich und nahe am Original.

Das Exponat ist eine traditionelle Sammlung im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Sie ist im wohlverstandenen Sinne eine „Inflation der Seltenheiten“, eine „Deklination der Raritäten“ und sollte doch einmal nur „Eines von drei bekannten Exemplaren“ in der Beschreibung vorkommen, dann weiß man deren Raritätenfaktor angesichts der zahllosen Unikate kaum noch einzuschätzen.

Das Buch ist ein Genuss. Es sollte Pflichtlektüre und wegweisendes Handbuch für jeden sein, der sich näher mit diesen Ausgaben beschäftigt.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

164 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch und Deutsch
 79.00 CHF

Band 57: Taubenpost - Die Lutz König Sammlung

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Artikelnummer: 447
Thematik-Sammler bietet sich zuweilen die Möglichkeit, passend zu dem Thema ihrer Wahl – seien es Autos, Eisenbahnen oder Schiffe, um nur einige Beispiele zu nennen – solche Objekte nicht nur auf Briefmarken, sondern auch als Original – und sei es im Miniaturformat – zu sammeln. Tierliebhaber züchten oder halten nicht selten die Rassen, die sie in den Mittelpunkt ihrer philatelistischen Vorlieben stellen. Genau dies war auch bei dem 1952 in Nordhausen/Harz geborenen Philatelisten Lutz König der Fall.

König versteht nicht nur viel von Taubenpost (so der Titel seines seit 2006 vielfach mit Groß-Gold und Grand Prix ausgezeichneten Exponates), sondern auch von Tauben selbst, denn diese züchtete er bis 1990. Er gewann mit seinen Tauben bei zahlreichen Ausstellungen in der früheren DDR hohe Preise. Erst seine berufliche Auslastung ließen ihn diese zeitraubende Beschäftigung zugunsten der weiteren Karriere aufgeben, so dass er sich stattdessen auf das philatelistisch reizvolle Thema der Taubenpost konzentrierte.

Der neue Band 57 der bekannten Buchreihe „EDITION D‘OR“ schildert nicht nur die Biografie dieses ungewöhnlichen Sammlers, er stellt auch eine äußerst lesenswerte Einführung in Königs Sammelgebiet bereit. Das Vorwort spannt einen Bogen von der ornithologischen Sicht auf Tauben, über Nachrichtenübermittlung per Taubenpost sowie edle Taubenrassen und Tauben als Hochleistungssportler bis hin zur Taube als bekanntes und weltweit verbreitetes Symbol für Frieden.

Auf knapp 100 weiteren Seiten ist schließlich diese hochprämierte Sammlung dokumentiert. Sie gibt in vier Sammlungsteilen tiefe Einblicke zur „Biographie der wildlebenden Tauben“, zur Evolution von „wildlebenden Felsentauben zu unseren heutigen Haustauben“, sowie mit einem historischen Rückgriff auf die Entwicklung vom „antiken Göttervogel zur religiösen Symbolfigur“ und zu Aspekten der „Inspirationsquelle Taube“.

Was beeindruckt, ist die Akribie der Bearbeitung in diesem Exponat, das alle Varianten philatelistischer Objekte nutzt (Marken, Stempel, Ganzsachen, Briefe, Freistempel und vieles andere mehr), um die Aussagen zu illustrieren. Aktuelle Fragen wie die des Artenschutzes und der heutigen Gefahren für Wild- und Haustauben bleiben dabei nicht ausgespart. Bei der Auswahl der gezeigten philatelistischen Objekte spürt man den Connaisseur, der das Besondere liebt: Lutz König hatte bis 1990 DDR-spezial, also Besonderheiten und Abarten, gesammelt, später setzte er diesen nicht leichten Ansatz in seiner Taubenpost-Sammlung fort und wählte auch hier jeweils das Besondere, zuweilen gar das Einmalige.

Es ist nicht nur unterhaltsam, im wohlverstandenen Sinne auch bildend, dieses Buch zu lesen, es ist eine Freude. Die Sammlung sollte man gesehen haben – nun hat jeder vergleichsweise leicht die Möglichkeit dazu.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

128 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch und Deutsch
 79.00 CHF

Band 58: Markenausgaben privater Schifffahrtsgesellschaften bis 1900 - Die Jan Berg Sammlung

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Artikelnummer: 448
Man kann den Anspruch dieser Buchreihe, die „bedeutendsten Briefmarken-Sammlungen unserer Zeit“ zu dokumentieren, durchaus wörtlich nehmen, denn auch dieser neue Band der EDITION D‘OR-Reihe ist ein weiterer Beleg dafür. Man muss wohl wahrlich vom „philatelistischen Affen“ gebissen worden sein, um solch ein schwieriges, vielen eher völlig unmögliches Thema zu sammeln. Einzelne exemplarische Gebiete dieser Art, wie z.B. die Ausgaben der Steam Navigation Company, erscheint machbar. Aber den Anspruch zu haben, die Markenausgaben aller privaten Schifffahrtsgesellschaften vor 1900 zu sammeln, scheint doch eher ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Grund liegt auf der Hand: Zahlreiche Markenausgaben solcher Linien sind selbst im Vergleich zu den Mauritius-Post-Office-Marken selten. Das engt den Spielraum bereits stark ein, zumal man überhaupt das Glück haben muss, an solche Marken und Belege heranzukommen. Dafür sind Geduld, Ausdauer, Wachsamkeit und insbesondere das beharrliche Streben nach Perfektion vonnöten.

All dies ist von dem Schweden Jan Berg (geb. 1959) bekannt. Berg hat zwei Hobbys: seine Firma – er ist Inhaber eines erfolgreichen Unternehmens für Gebäudeautomatisierung – und eben seit seinem 7. Lebensjahr die Philatelie. Er begann seine Ausstellungskarriere 1975 mit einer thematischen Sammlung („Elefanten“) und trat nach längerer Pause 2001 mit einer sehenswerten Samoa-Sammlung wieder an, die 2015 in Singapur mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde. Lesenswert in dieser 58. Ausgabe der EDITION D‘OR ist bereits das Sammlerporträt, das von seinem Freund und passionierten Philatelisten Jonas Hällström über geschrieben wurde. Hällström hebt auch besonders auf die Gestaltung dieser Raritäten-Kollektion ab, die in ihrer Perfektion und Nutzung des Weißraumes kaum ihres Gleichen kennt. Allein schon daraus kann man viel lernen.

Noch lehrreicher ist allerdings die Kollektion selbst, die seit 2010 sieben Mal mit Gold, von 2015–2018 sechsmal mit Groß-Gold und zweimal in Skandinavien mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde. Diese Medaillenflut hat Berg zweifelsohne verdient, denn auf den 136 Seiten seines Exponates sind zahlreiche Namen privater Schifffahrtsgesellschaften zu finden, die den meisten Lesern bis dato kaum geläufig gewesen sein dürften. Berg gliedert die Fülle dieser Linien in sechs Kapitel, von Interkontinental über die Karibik und Amerika, bis hin zu Europa, Australasien und Afrika inkl. der Suez Canal Co. Dabei gelingt es ihm, jede Linie mit seltensten Objekten ihrer Marken, aber auch deren Verwendung im Briefverkehr nachzuweisen. Zudem hat er zahlreiche Essays, Probedrucke und Farbproben eingeschlossen, wie man beispielhaft bei den Ausgaben der Pacific Steam Navigation Company sehen kann.

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

176 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Englisch und Deutsch
 79.00 CHF