Tradition und Erfahrung in klassischer Philatelie seit 1925

Pressemitteilung Auktionsvorschau Mai/Juni 2018

Weltraritäten bei Corinphila Auktionen in Zürich (28. Mai bis 2. Juni 2018)

Ein ‚Kopfstehender Schwan‘ des Australischen Staates ‚Western Australia‘ und ein ‚Small Dollar‘ von China sind die herausragenden Angebote der bevorstehenden Corinphila-Versteigerungsserie, die vom 28. Mai bis 2. Juni 2018 in Zürich stattfinden wird. Zwar sind Einschätzungen als ‚Weltraritäten‘ in der Philatelie ein mitunter inflationär verwendeter Begriff für seltene Briefmarken. Bei den beiden Marken aus Australien und China ist dieser Superlativ aber sicher angebracht. Neben diesen beiden Spitzenstücken erwartet die Sammler eine erneut herausragende Auswahl attraktiver Philatelie und Postgeschichte aus aller Welt. Die Auktion selbst wird in insgesamt fünf Katalogen das umfangreichste Angebot der vergangenen Jahre präsentieren – sowohl von der Losanzahl wie auch vom Angebotswert.

‚Small Dollar‘ – König der China-Philatelie

Der chinesische ‚Small Dollar‘ gilt seit Jahrzehnten unter den Sammlern als ‚König der China Philatelie‘. Es handelt sich um eine leuchtend rote chinesische Steuermarke aus dem Jahr 1899, die mit einem Überdruck im Nennwert von 1 Silberdollar im Jahr 1899 als provisorische Briefmarke herausgegeben wurde. Notwendig wurde die provisorische Ausgabe neuer Briefmarken als die chinesische Post von der Steuerbehörde auf die Staatsverwaltung übernommen wurde. Damit verbunden war ein Währungswechsel von Candarin auf den Silberdollar, der im grenzüberschreitenden Postverkehr die Verrechnungswährung mit ausländischen Postverwaltungen war. Eine neue Briefmarkenausgabe war von der chinesischen Post bestellt, jedoch verzögerte sich die Auslieferung. Deshalb half man sich mit provisorischen Überdrucken auf bis dahin noch nicht herausgegebenen roten Steuermarken.

Nachdem man die ersten Bogen überdruckt hatte, stellten die Verantwortlichen fest, dass die Wertbezeichnung ‚Ein Dollar‘ in chinesischen Schriftzeichen zu klein ausgefallen war. Der Druck wurde gestoppt und ein neuer Aufdruck mit grossen chinesischen Schriftzeichen wurde angefertigt. Bis heute sind nur 32 Exemplare des ‚Small Dollar‘ bekannt geworden, davon sind zahlreiche Exemplare in Museums-Sammlungen. Die wenigen verfügbaren ‚Small Dollar‘ Marken für die Sammler sind seit Jahrzehnten äusserst beliebt, zumal die rote Markenfarbe in der chinesischen Mythologie als Farbe des Glücks angesehen wird.

Das bei Corinphila zum Angebot kommende Exemplar hat eine exklusive ‚Provenienz‘, also einen Stammbaum von Vorbesitzern. Bis in die 1930er Jahre war die Marke das Spitzenstück der China-Kollektion des berühmten amerikanischen Sammlers Arthur Hind. Bei der Versteigerung der Hind-Sammlung erwarb der Sammler Adolphus Dierking aus Shanghai den ‚König der Philatelie‘. Die Dierking Kollektion wurde 20 Jahre später, 1956, in London versteigert. Über Umwege gelangte der ‚Small Dollar‘ dann in den 1980er Jahren schon einmal auf eine Auktion von Corinphila in Zürich, wo sie ein ungenannter Schweizer Philatelist ersteigerte. Der Startpreis ist jetzt mit 300‘000 Schweizer Franken festgelegt. Man darf gespannt sein, welchen Zuschlag ein glücklicher Sammler für die Weltrarität bezahlen muss.

‚Kopfstehender Schwan‘ – Ikone der Australien-Philatelie

Eigentlich ist es gar kein kopfstehender Schwan! Tatsächlich ist der Rahmen mit der Inschrift WESTERN AUSTRALIA / POSTAGE / FOUR / PENCE kopfstehend um das Mittelstück mit dem Motiv des Schwans gezeichnet worden. Nur hat man das auch Jahrzehnte nach der Erstentdeckung nicht gewusst. Erst als man die Drucksteine der Four Pence von Westaustralien vor etwa einem halben Jahrhundert entdeckte, konnte bestätigt werden, dass eine Position des Drucksteins tatsächlich einen kopfstehenden Rahmen zeigte, während die Schwäne in den Mittelstücken der Marken alle standrichtig, also ‚stehend‘ waren. Aber weil sich in der Philatelie seit über 100 Jahren der Begriff des ‚kopfstehenden Schwans‘ eingebürgert hatte, bleibt man auch heute bei dieser eigentlich ‚drucktechnisch‘ falschen Bezeichnung. Bis heute sind nur 14 Exemplare des ‚Kopfstehenden Schwans‘ entdeckt worden. Die Hälfte davon befinden sich für Sammler unerreichbar in ‚ewiger Gefangenschaft‘ in Museen und institutionellen Sammlungen wie etwa der Kollektion der Königin von England.

Von den sieben in Privathand befindlichen Stücken sind gleich vier Exemplare in einer Kollektion. Das bei Corinphila am 31. Mai 2018 in Zürich zum Angebot kommende Stück hat – wie bei echten Weltraritäten der Philatelie zu erwarten – eine exklusive Provenienz. Philippe la Renotiere von Ferrary konnte das schönste der sieben in Privathand befindlichen Stücke vermutlich zwischen 1890 und 1917 erwerben. Bei der Versteigerung der Ferrary-Sammlung als ‚Kriegs-Reparationsentschädigung’ des Deutschen Reiches an Frankreich in Paris 1923 erwarb E.H. Collins die Marke. In den 1930er Jahren gelangte die australische Weltrarität in die Kollektion des grossen französischen Sammlers Theodore Champion. Bei einer Versteigerung in Genf 1981 fand der ‚Kopfstehende Schwan‘ den Weg in die Sammlung eines ungenannten Philatelisten. Nach dem Tode des letzten Besitzers haben sich die Erben nun entschlossen, die Weltrarität erneut auf dem Philatelie-Markt anzubieten. Der Bieter-Wettstreit um den ‚Kopfstehende Schwan‘ beginnt ab einem Startpreis von 100‘000 Schweizer Franken.

Das Auktionsangebot im Überblick

Neben den beiden Weltraritäten aus China und Australien sind viele weitere internationale Sammelgebiete bei Corinphila im Angebot. Aufgrund des umfangreichen Angebots wird die Versteigerung statt wie traditionell von Mittwoch bis Samstag schon von Montag bis Samstag, genau eine Woche lang, vom 28. Mai bis 2. Juni 2018 stattfinden. Fünf Auktionskataloge liegen vor: Neben dem Hauptkatalog ‚Internationale Philatelie und Postgeschichte‘ gibt es vier Sonderkataloge ‚Schweiz Klassik bis Modern‘, dazu ‚Schweiz – Die Sammlung Jack Luder III‘ , weiterhin ‚Rumänien‘ mit der Spezialsammlung Eduard Cohen (unberührt seit den 1960er Jahren in einem Londoner Tresor lagernd!) sowie einen Sonderkatalog ‚Australische Staaten‘.

Generalsammlung Deutschland ab 1849

Im Hauptkatalog ‚Internationale Philatelie und Postgeschichte‘ kommt neben anderen Gebieten ein besonders hochwertiges Angebot deutscher Philatelie zum Verkauf. Über 400 Auktionslose von Deutschlands erster Briefmarke von 1849, dem Schwarzen Einser aus Bayern, bis zu den modernen Ausgaben wie etwa den nicht herausgegebenen Marken der DDR ‚Olympische Spiele 1984‘ werden offeriert. Darunter Spitzenraritäten der Altdeutschland-Philatelie wie ein ungebrauchtes Unterrandpaar des Sachsen Dreier mit Startpreis 10‘000 Schweizer Franken oder ein ungebrauchter Eckrand-Viererblock des Schwarzen Einser aus Bayern.

Sonstige Schwerpunkte im Hauptkatalog

Weitere Angebotsschwerpunkte sind Lateinamerikanische Länder mit seltenen brasilianischen Ochsenaugen von 1843 und einer Spezialsammlung Klassik-Peru, ein Spezialangebot mit Griechenlands Hermesköpfen, Frankreich sowie über 130 Auktionslose einer Spezialsammlung ‚Kap der guten Hoffnung‘. Aber auch von fast allen anderen Ländern sind hochwertige und interessante Angebote vorhanden. Ein Blick in die vollständig im Internet verfügbaren Kataloge lohnt auf jeden Fall.

Sonderkataloge

Bei dem Sonderkatalog Rumänien wird der bedeutendste Brief der beliebten Steindruckausgaben 1865–1872 offeriert. Es handelt sich um die höchste und gleichzeitig wohl früheste Briefverwendung der Notausgabe von 1872, eine 50 Bani in der Zeichnung ‚König Carol mit Bart‘. Drei Exemplare sowie weitere Zusatzfrankatur sind vorder- und rückseitig auf einem Einschreibe-Auslandsbrief verwendet. Fritz Heimbüchler kannte in seinem Handbuch zur Rumänien-Philatelie nur eine alte schwarz-weiss Kopie des Briefes. Jetzt wird er nach 50 Jahren im Rahmen der Eduardo Cohen-Sammlung angeboten. Startpreis: 40‘000.- Schweizer Franken.

Der Sonderkatalog ‚Australische Staaten‘ offeriert mit dem 2. Teil der Kollektion ‚BESANCON‘ erneut Philatelie vom Feinsten, darunter den eingehend erwähnten ‚Kopfstehenden Schwan‘.

Zwei Sonderkataloge ‚Schweiz‘ und ‚Klassik Schweiz – Sammlung Jack Luder‘

Auch diesmal ist das Angebot Schweiz von der Klassik bis zu den modernen Ausgaben von höchster Güte. Das Spitzenstück ist eine ‚Viertelung‘ einer Rayon II 10 Rappen Briefmarke als 2½ Rappen zusammen mit einer 5 Rappen Rayon I auf Brief verwendet zum Startpreis von 125‘000 Schweizer Franken. Aus der Sammlung Jack Luder kommt das Titelstück seiner Buchveröffentlichung EDITION SPECIALE zum Angebot, der ‚Traumbrief‘ mit der Rayon I hellblau gestempelt mit der blauen Raute von Bellelay sowie ein ungebrauchter Achterblock der Waadt 5 aus Genf.

Sonderbesichtigung bei der NABA in Lugano vom 17.- 20 Mai 2018

Alle Einzellose der Schweiz inkl. Kollektion  Jack Luder können am grossen Corinphila-Ausstellungsstand bei der nationalen Briefmarkenausstellung NABA 2018 in Lugano besichtigt werden. Bei dieser Ausstellung, die auch im Hinblick auf das 175-jährige Jubiläum der Erstausgabe Schweizer Briefmarken im Kanton Zürich im Fokus der Sammler steht, werden die bedeutendsten heute existierenden Schweiz-Kollektionen ausgestellt sein. Für jeden ernsthaften Philatelisten mit Interesse am Sammelgebiet Schweiz ist ein Besuch in Lugano eigentlich unverzichtbar. Ein Besuch am Corinphila Ausstellungsstand und die Besichtigung des Schweiz-Angebotes der kommenden Auktion sollte aber ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.

Alle Kataloge im Internet / Online Live in der Auktion bieten

Die vollständigen Auktionskataloge sind im Internet als ‚PDF-Kataloge‘ (identisch mit der Druckversion) und als Online-Kataloge mit praktischer Stichwort-Suchfunktion verfügbar. Unter www.corinphila.ch finden Interessenten außerdem zahlreiche zusätzliche Abbildungen, darunter Fotoatteste, ausgewählte Briefrückseiten sowie eine Vielzahl an Sammlungen und Posten, die ganz oder auszugsweise erfasst wurden. Interessenten, die nicht nach Zürich reisen können, aber dennoch zeitgleich während der Versteigerungstage direkt gegen den Auktionssaal bieten möchten, sei das bewährte System zum Online-Live-Bieten unter www.corinphila.ch empfohlen.

Weitere Informationen und Katalogbestellungen bei: Corinphila Auktionen AG, Wiesenstrasse 8, 8032 Zürich/Schweiz, Telefon: + 41 (0)44 389 91 91, Telefax + 41 (0)44 389 91 95, E-Mail: info@corinphila.ch, Internet: www.corinphila.ch